USA

Irakkriegsverweigerin vor Militärgericht

27.11.2014 - Wie die deutsche Friedensorganisation Connection e.V. unter Bezugnahme auf die US-Organisationen Courage to Resist und Nuclear Resister mitteilt, wird die Irakkriegsverweigerin Sara Beining am 9. Dezember 2014 wegen zweimaliger Unerlaubter Abwesenheit vor einem Militärgericht stehen. Derzeit ist Sara Beining in einem zivilen Bezirksgefängnis inhaftiert. Ihr droht eine lange Haftstrafe.

Sara Beinings Dienst im Geheimdienst der US-Armee im Irak von Dezember 2005 bis November 2006 ließ bei ihr ernsthafte Zweifel aufkommen, ob es für sie überhaupt möglich sein würde, ihre Werte, auf die sie den Eid geleistet hatte, in der Armee zu bewahren. Sie stellte tägliche Berichte über die Opferzahlen zusammen und sah die Bänder der Videoüberwachung zu den Kämpfen in Bagdad durch. Wiederholt sah sie Tod und Blutbäder, war aber machtlos, um irgendwie helfen zu können.

„Je länger ich im Irak war, umso mehr realisierte ich, dass wir dort tatsächlich nichts taten, um unsere eigene Verfassung zu verteidigen. Im Irak gab es keine Massenvernichtungswaffen. Das Schlimmste, was es dort an Waffen gab, war das abgereicherte Uran im Süden des Landes. Viele irakische Frauen gebaren Kinder mit Geburtsfehlern und die erste Frage war dann: ‚Ist das normal?‘ Es hatten auch viele SoldatInnen Symptome der Verstrahlung. Zweifellos halfen wir dort drüben nicht unserem Land.“

Gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann verließ sie vor sechs Jahren die Armee und tauchte unter. Im September 2008 bekamen sie eine Tochter, die Sara Beining seit ihrer Trennung alleine erzieht. Am 14. September 2013 wurde sie wegen eines Verkehrsdelikts angehalten, verhaftet und schließlich dem Militär in Fort Carson, Colorado, überstellt.

In Fort Carson wurde Sara Beining nicht in Haft genommen, sondern hatte Aufgaben im Büro zu erledigen und sollte abwarten, wie das Militär weiter verfährt. Sie hoffte darauf, dass sie, wie andere Verweigerer zuvor, ohne Strafverfahren aus dem Militär entlassen wird. Aber sie wurde als Konsequenz für ihre Antikriegs-Aktivitäten wiederholt mit der Eröffnung eines Vorverfahrens bedroht sowie dem Verlust des Sorgerechts für ihre Tochter. „Ich versuchte ein weiteres Jahr das Spiel mitzuspielen“, sagte sie „aber ich wurde nur hingehalten“. Im Juli 2014, nachdem die USA die Bombardierungen im Irak durch die Luftwaffe wieder aufgenommen hatte, konnte Beining nicht länger im Dienst auf eine Entscheidung warten. Sie entschied, sich erneut unerlaubt zu entfernen, sich erneut öffentlich gegen den Krieg auszusprechen und die Regierung dazu zu zwingen, in ihrem Fall zu handeln.

Connection e.V. bittet gemeinsam mit Courage to Resist und Nuclear Resister um Solidaritätsschreiben an Sara Beining. Diese können online über Connection e.V. versandt werden.


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