Andreas Buro und Otmar Steinbicker

Ping-Pong-Dialog über Perspektiven von Frieden und Friedensbewegung

Ein Endlos-Gespräch

Bei dem Ping-Pong-Dialog geht es um ein Endlos-Gespräch über grundsätzliche Einschätzungen der internationalen Entwicklung, um konkrete Konfliktherde, tagespolitische Einschätzungen und um strategische Fragen der Friedensbewegung.  

Das Projekt soll die Möglichkeit zu einer zeitnahen Diskussion eröffnen.

Leserinnen und Leser können sich gerne mit Anregungen an die Gesprächspartner wenden unter info@aixpaix.de.

Zum Ping-Pong-Dialog 

Gesprächsfortsetzung. 26.2.2015

Neue Impulse aus der Politik

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Otmar Steinbicker: Ich sehe derzeit mehrere Arbeitsfelder. Für mich unterscheidet sich Friedensbewegung von einer reinen Antikriegs-Bewegung dadurch, dass sie nicht beim Protest gegen den Krieg stehen bleibt, sondern auch nach realistischen Friedenslösungen sucht. Es ist einfacher, verbalradikal die Abschaffung von NATO und Bundeswehr zu fordern, als konkrete Schritte in diese Richtung zu entwickeln und gleichzeitig die Zielsetzung nicht aus den Augen zu verlieren.

Auf der Ebene der Politik argumentieren Befürworter wie Gegner von Militäreinsätzen selten mit Blick auf Konfliktlösungsansätze. Hier könnte Friedensbewegung ansetzen. Dann darf sie sich allerdings nicht mit einem simplen „Nein zum Krieg“ zufrieden geben, sondern sollte die Abgeordneten – da sehe ich nicht nur eine Fraktion – drängen, ihrerseits an ernsthaften Vorschlägen für zivile Konfliktlösungen zu arbeiten. Überzeugende Vorschläge könnten die Befürworter von Militäreinsätzen in Argumentationsnöte bringen. Wenn eine Partei „Friedenspartei“ sein möchte, eröffnet sich da ein weites Arbeitsfeld.

Weitergedacht könnten daraus die von Dir genannten „Bausteine für eine systemtranszendierende Reformstrategie“ entstehen. Mit welchen Schritten könnten wir sinnvoll beginnen?

Andreas Buro, Foto: privat

Andreas Buro: Das ist ja, als hätte Steinmeier unser Ping-Pong gelesen. Heute am 26. Februar lese ich, er will eine neue Abteilung im AA einrichten. die sich mit Prävention, Stabilisierung und Nachsorge von Konflikten beschäftigen soll. Er hat wohl nicht explizit von Ziviler Konfliktbearbeitung gesprochen, doch seine Bemerkung, wer nur einen Hammer hat, für den sei jedes Problem ein Nagel, verweist doch auf ZKB als einer Möglichkeit.

Wenn meine These zutrifft, die EU und BRD könnten keine globale militärgestützte Politik mangels Potentialen führen, dann macht eine verstärkte Zuwendung zu Diplomatie und friedlichen Lösungen durchaus Sinn, obwohl die Regierung in Berlin deshalb keineswegs pazifistisch geworden ist. Friedensbewegung sollte deshalb alle diejenigen Kräfte unterstützen, die trotz Widerstand von vielen Seiten eine solche Neuorientierung mittragen können.

Es ist also die rechte Zeit Bausteine für eine systemtranszendierende Reformstrategie auszuarbeiten und breit zu veröffentlichen. Mit deren Erfüllung könnte Berlin seine Friedensbereitschaft unter Beweis stellen. So zum Beispiel durch die erhebliche Erhöhung der Mittel für ZKB. Ein spezielles Projekt könnte der Aufbau eines international zugänglichen Mediationszentrums sein, das diskrete Dialoge zwischen Kontrahenten ermöglicht. Keine billige Sache! Deutschland sollte hierfür die Initiative ergreifen. Es wäre für frühzeitige Prävention und Deeskalation von Konflikten von großem friedenspolitischem Nutzen.

Gesprächsfortsetzung. 19.3.2015

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