Die aktuellen Kolumnen des Aachener Friedenspreisträgers Uri Avnerys in aixpaix.de in der Übersetzung von Ingrid von Heiseler sind soeben als Buch im Kitab-Verlag erschienen.
Ingrid von Heiseler übersetzt für aixpaix.de neben Uri Avnery auch Gershon Baskin (Israel), Johan Galtung (Norwegen) und Ira Chernus (USA).
Avnery Uri: Israel im arabischen Frühling. Betrachtungen zur gegenwärtigen politischen Situation im Orient aus dem Englischen übersetzt von Ingrid von Heiseler Broschiert, ca. 140 Seiten Format 20 x 13,5 cm ISBN 978-3-902878-19-9
Uri Avnery, geb. 1923 in Beckum/Westfalen, kam 1933 nach Palästina, wo er Mitglied der Untergrundbewegung Irgun wurde. Er war später Parlamentsabgeordneter und gründete 1993 den Friedensblock „Gush Shalom“. Er kannte alle wichtigen Politiker Palästinas und kämpft seit vielen Jahren für eine Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern.
pax christi und EAPPI-Netzwerk übergeben Unterschriftenlisten an das Auswärtige Amt
Kennzeichnung israelischer Siedlungsprodukte in Läden ist sofort umsetzbar
29.01.2013 – Mit der Übergabe gesammelter Unterschriften bekräftigt pax christi heute gemeinsam mit dem EAPPI-Netzwerk (Freiwillige aus dem „ökumenischen Begleit-Programm für Palästina und Israel“ des Weltkirchenrats) gegenüber dem Auswärtigen Amt die Forderung nach korrekter Kennzeichnung der Produkte aus völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen.
Wie Freunde und Feinde Israels dazu beitragen, die Katastrophe herbeizuführen / 09.10.2012
Israel ist nicht Macbeth. Wenn überhaupt die Mythosfigur sich auf Staatswesen übertragen lässt, wäre die Festlegung auf das eine Wesen Israel nicht gerechtfertigt. Was aber lockt den Vergleich hervor, der sich nachsagen lassen muss, einseitig zu sein?
Den vergleichenden Betrachtungen zwischen Israel und Macbeth können Ähnlichkeiten und Unterschiede entnommen werden, die richtungweisend für einen Weg aus dem mit Israel verbundenen Nahost-Dilemma sein können. Wie der mythischen Figur fehlt es auch Israel an weisen beratenden Freunden. Schlecht geschützt ist Israel, stellt der Rabbi von Bacharach in Heines gleichnamigem Romanfragment fest: Falsche Freunde hüten seine Tore von außen. Die angeblichen Freunde helfen mit, Israel mit einem Waffenarsenal gefährlichen Ausmaßes zu bestücken. Die Waffenlieferungen mögen geeignet sein, das Gewissen ›historischer Schuld‹ zu besänftigen, aber sie beseitigen nicht die Angst des Empfängers, der sich von Feinden umgeben sieht. Die Angst wird zusätzlich genährt durch die Vorstellung, sich auf niemanden verlassen zu können. Die geschichtliche Erfahrung des Holocaust hat gezeigt, dass diese Angst nicht ganz unbegründet ist: Selbst nach Bekanntwerden des Ausmaßes der Gräueltaten war kaum ein Land bereit, die Gestrandeten aufzunehmen.
Benjamin Netanjahus Säbelrasseln hinterlässt auch bei vielen Israelis blankes Entsetzen
Aachener Nachrichten, 25.08.2012
Was ist nur mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu los?
Der schwadroniert munter von einem israelischen Militärschlag im Alleingang gegen den Iran – am besten noch vor dem Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen in der Annahme, dass dann kein Präsidentschaftskandidaten Israel die uneingeschränkte Solidarität verweigern kann. Dann rechnet er seinen Mitbürgern einen für ihn verschmerzbaren Verlust von 500 toten Israelis vor und wundert sich, dass ihm eigenen Land heftigster öffentlicher Protest entgegenschallt.
Da sind nicht nur die üblichen Intellektuellen, die medial gegen das Kriegsgeschrei auftreten. Da widerspricht auch Israels Staatspräsident Peres demonstrativ seinem Ministerpräsidenten. Und da sind sogar mit öffentlichen Statements diejenigen dabei, die üblicherweise von jeder Regierung in Fragen von Krieg und Friede in streng vertraulichen Runden um Rat gebeten werden: die Chefs des Militärs und der Geheimdienste! Kein Wunder, dass Gershon Baskin, der berühmte Vermittler bei der Freilassung des Soldaten Gilat Shalit, in seiner Kolumne in der national-konservativen „Jerusalem Post“ am Montag öffentlich die geistige Gesundheit des Ministerpräsidenten infrage stellte.
Ein Gespräch mit der jungen Israelin Elisha Baskin zur Solidarität mit Palästinensern
"Desinvestition gehört zu meiner jüdischen Identität"
von Rev. Patrick David Heery, leitender Redakteur von "Unbound"- justiceunbound.org
Elisha Baskin
06.07.2012 - Sie heißt Elisha Baskin. Sie ist Israelin. Sie ist Jüdin. Und sie unterstützt den Kapitalabzug aus Unternehmen, die die Besetzung von Palästina unterstützen.
Elisha wurde zwei Jahre, bevor die erste Intifada ausbrach, in Westjerusalem geboren und hat erlebt, wovon die meisten von uns nur gelesen haben. Elisha erlebte den Golfkrieg und die Zweite Intifada im Jahr 2000, als, so sagt sie, „Jerusalem buchstäblich explodierte.“
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrter Herr Minister Westerwelle,
am 25.9. vergangenen Jahres wandten wir – Vertreter des Jüdischen Forums für Frieden – uns an Sie und die Bundeskanzlerin mit der Bitte, die Bundesregierung möge die Initiative zu Nahost- Friedensgesprächen unter der Begleitung von erfahrenen Friedensforschern ergreifen. Leider ist der Brief unbeantwortet geblieben. Wir zitieren aus seinem Inhalt:
Wir sind der Meinung, die Bundesregierung kann und sollte helfen, den Frieden in der Region durch verantwortliche Eigeninitiative zu fördern. (...) Wir bitten die Bundesregierung, Vertreter der Regierungen Israels, der Palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas-de facto-Regierung in Gaza zu Friedensgesprächen unter Begleitung von anerkannten Friedensforschern einzuladen. Reuven Moskovitz, ein durch das Naziregime Verfolgter, bemerkt dazu: Wiederholt hat sich gezeigt, dass der Frieden im Nahen Osten nicht von den USA kommen kann. Es ist eine einmalige Gunst der Stunde, dass die Bundesrepublik Deutschland die Verantwortung für die vom Nationalsozialismus begangenen Untaten übernimmt und sich profiliert als Frieden schaffender Staat, der kompetent diese zwei verletzten Völker versöhnt.
Der Offene Brief wird von zahlreichen Friedensorganisationen und - initiativen unterstützt, darunter auch das Aachener Friedensmagazin aixpaix.de.
Der Zug ist abgefahren: Israel hat seine Chancen verspielt
Ein Reisebericht aus Nahost / 03. Juni 2012
Während die israelische Regierung nach dem Eintritt von „Kadima“ mit nunmehr 94 der 120 Abgeordneten im Rücken fester den je im Sattel sitzt, müssen die Friedensgruppen einräumen, dass ihre und unsere jahrelangen Bemühungen, zu einer Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern beizutragen, zu gar nichts geführt haben. Der Dialog zwischen palästinensischen und israelischen Friedensgruppen ist fast zum Erliegen gekommen. Dagegen feiern die Siedler ihren großen Sieg in der Westbank und vor allem in Ost-Jerusalem. Dort gibt es kaum noch ein arabisches Viertel ohne Siedler, während der Haus- und Wohnungsbau für Palästinenser so gut wie brachliegt, die Bevölkerung immer ärmer wird und die Hoffnung auf eine Hauptstadt für einen Staat Palästina von Tag zu Tag schwindet.
Auf palästinensischer Seite sind mir verschiedene Gruppen begegnet. Die einen, die seit drei Generationen nur die Besatzung kennen, haben vollkommen resigniert. Andere suchen ihr Heil in der Religion. Und doch gibt es eine wachsende Zahl derer, die der israelischen Besatzung trotzen, die sich entschieden haben, weder auf die arabischen Regierungen noch auf den Westen zu warten. Sie nehmen ihr Leben selbst in die Hand, ignorieren Israel – soweit das möglich ist –, ermöglichen ihren Kindern eine gute Ausbildung und feiern ihre Feste. Lasst uns mit Projekten in Ruhe, lautete die Botschaft eines bekannten Palästinensers. Sie machen uns zu Bittstellern, fördern die Korruption unter uns und vertiefen unsere Abhängigkeit. Helft uns lieber, dass die Besatzung aufhört, damit wir für uns selber sorgen können. Wir brauchen endlich eine politische Lösung statt der dauernden Finanztransfers aus dem Ausland.
Am 19. Mai 2012 schrieb Uri Avnery: Israel steuert auf einen Eisberg zu, auf einen größeren als einer von denen, die auf dem Weg der Titanic schwammen. Er ist nicht verborgen. Alle seine Teile sind von weitem sichtbar. Und wir segeln geradewegs mit Volldampf auf ihn zu. Wenn wir den Kurs nicht ändern, wird sich der Staat Israel selbst zerstören – er wird sich erst in ein Apartheidstaats-Monster vom Mittelmeer bis zum Jordan verwandeln und später vielleicht in einen binationalen Staat mit arabischer Mehrheit vom Jordan bis zum Mittelmeer.
Grundlage für eine Zweistaaten-Lösung waren die „Osloer Vereinbarungen“. Das 1995 zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO geschlossene „Oslo-II-Agreement“ sieht die Aufteilung des Westjordanlands in drei Typen von A-, B- und C-Zonen vor.
Ein Gespräch mit der jungen Israelin Elisha Baskin zur Solidarität mit Palästinensern
"Desinvestition gehört zu meiner jüdischen Identität"
von Rev. Patrick David Heery, leitender Redakteur von "Unbound"- justiceunbound.org
Elisha Baskin
06.07.2012 - Sie heißt Elisha Baskin. Sie ist Israelin. Sie ist Jüdin. Und sie unterstützt den Kapitalabzug aus Unternehmen, die die Besetzung von Palästina unterstützen.
Elisha wurde zwei Jahre, bevor die erste Intifada ausbrach, in Westjerusalem geboren und hat erlebt, wovon die meisten von uns nur gelesen haben. Elisha erlebte den Golfkrieg und die Zweite Intifada im Jahr 2000, als, so sagt sie, Jerusalem buchstäblich explodierte.
Ich mache mir wirklich Sorgen! Ich sehe eine große Katastrophe auf uns zukommen. Ich kann einfach nicht verstehen, warum die Leute nicht schreien: „Lasst das nicht zu!“
Wo ist der Ministerpräsident? Wo sind alle die zionistischen Führer? Wo ist die jüdische Weltgemeinschaft? Bald werden wir nicht mehr die Möglichkeit haben, uns für Frieden mit unseren Nachbarn zu entscheiden. Wie lange noch werden wir über zwei Staaten für zwei Völker reden können? Auf der israelischen Seite gibt es für diese Lösung offenbar keinen Partner. Bald wird es auch auf der palästinensischen Seite keinen Partner mehr dafür geben. Die wahren Befürworter dieser Lösung in Israel sind inzwischen nur noch eine winzige Minderheit. Bald wird auch die noch verschwinden. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, was kommen wird. Ich will ja gar nicht provozieren, ich kann es mir wirklich nicht vorstellen!
Was machen wir, wenn Teilung nicht mehr möglich ist? Wie werden wir mit den Palästinensern umgehen, die unter unserer Herrschaft leben, die aber nicht mehr mit der Lüge leben wollen, dass sie einen eigenen Staat haben werden? Immer mehr Palästinenser erkennen die Lüge und sagen: „Ich will mich nicht mehr selbst belügen und ich will nicht, dass meine Führer mich belügen! Ich will nicht, dass die Welt mich belügt!“
pax christi fordert eindeutige Kennzeichnung der Waren aus israelischen Siedlungen
Aktion „Besatzung schmeckt bitter“ startet
Angesichts der derzeitigen unklaren Deklarierung empfiehlt die Nahostkommission Kaufverzicht
22.05.2012 - Die pax christi-Nahostkommission startet heute eine bundesweite Aktion für die Kennzeichnung von Waren aus den völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen auf besetztem palästinensischem Gebiet. Mit farbig bedruckten Papiertüten macht sie Verbraucher/innen darauf aufmerksam, dass Obst und Gemüse mit der Ursprungsangabe „Israel“ vielfach aus völkerrechtswidrigen Siedlungen stammen, und fordert sie dazu auf, sich für eine eindeutige Kennzeichnungspflicht einzusetzen.
Es geht in erster Linie um Frieden, nicht um soziale Gerechtigkeit, sondern um Frieden!
07. Mai 2012
Ich mache mir nicht weniger Sorgen um Wirtschaftsthemen, aber Frieden und Sicherheit sind immer noch die wichtigsten Angelegenheiten, denen wir gegenüberstehen.
Alle sind sich darin einig: In dieser Wahlkampfperiode geht es um soziale Gerechtigkeit. Shaul Mofaz hat plötzlich die Wirtschaft entdeckt und möchte zum Helden der unteren Klassen Israels werden. Shelly Yacimovich ist der Öffentlichkeit ins Auge gefallen und hat die Arbeitspartei jetzt doppelt dadurch unterstützt, dass er der Verteidiger der Arbeiterklasse ist. Yair Lapid möchte vor dem Lager der Mittelschicht paradieren.
Die [ultra-orthodoxe] Shas-Partei erhebt schon immer den Anspruch, die Armen Israels zu vertreten.
Benjamin Netanjahu möchte uns überzeugen, wie viel besser wir jetzt mit ihm am Steuer wirtschaftlich daran sind, als wir vor drei Jahren waren.
Ja, wir werden viel über Wirtschaft, Sozialpolitik, Wohnen, Arbeit, Lebenshaltungskosten, Rechnungen bezahlen und bis zum Monatsende durchhalten hören. Die Amerikaner haben es uns beigebracht: Es geht um Wirtschaft, Dummkopf! In Israel braucht alles seine Zeit, um aufzuholen.
Am Abend des 24. März 2012 begann in Washington, DC, die dritte Jahreskonferenz der amerikanisch-jüdischen Friedensorganisation „J Street“ – eine entschlossene Alternative zum „American Israel Public Affairs Committee (AIPAC)“. Zu den Gästen gehörten aus Israel der Schriftsteller Amos Oz („Ich habe mein ganzes Erwachsenenleben auf euch gewartet!“), der ehemalige Ministerpräsident Ehud Olmert, der Ende September 2008 Präsident Machmud Abbas einen „Konvergenzplan“ zur Überwindung der diplomatischen Stagnation vorgelegt hatte, und aus New York der Autor Peter Beinart, der jüngst mit seinem Buch „The Crisis of Zionism“ (Times Books: New York 2012) Aufsehen erregt hat. Israels Präsident Shimon Peres richtete an die Teilnehmer eine per Video übertragene Grußadresse.
Gershon Baskin, bis vor kurzem gemeinsam mit Hanna Siniora Vorsitzender des „Israel Palestine Center for Research und Information” in Jerusalem, fasste am 26. März in einem Gastbeitrag für die „Jerusalem Post” seine Eindrücke unter dem Titel „Encountering Peace: J Street is my street” zusammen (Auszüge)
RASSISTISCHE HASSverbrechen sind besonders hässlich.
Wenn die Opfer auch noch Kinder sind, sind sie sogar noch hässlicher.
Wenn sie von einem Araber gegen jüdische Kinder begangen werden, sind sie auch unglaublich dumm.
Genau das wurde diese Woche wieder demonstriert.
FALLS TATSÄCHLICH ein arabischer Al-Qaida-Sympathisant schuldig ist, in Toulouse drei jüdische Kinder und einen Erwachsenen erschossen zu haben, nachdem er drei nicht-weiße französische Soldaten in der Nähe erschossen hat, verursachte er nicht nur große Trauer in deren Familien, sondern auch großen Schaden dem palästinensischen Volk, dessen Sache er zu unterstützen behauptete.
Der weltweite Schock fand seinen Ausdruck in einer Demonstration der Solidarität mit der französischen jüdischen Gemeinde und indirekt auch mit dem Staat Israel.
Die internationale Staatengemeinschaft, der ansonsten die Einigkeit in entscheidenden Fragen der Weltpolitik kaum nachzusagen ist, will sich auch nach dem selbstverschuldeten Fiasko des 23. September 2011 in New York von der Forderung nach einem Staat Palästina an der Seite des Staates Israel nicht abbringen lassen. Unter dem Schutzschirm zahlloser Resolutionen, Debatten und Regelungsvorschläge der Vereinten Nationen, der Europäischen Union und der Regierungen in aller Welt hat sich jedoch eine ganz andere Realität durchgesetzt.
Mit einer 2-Staaten-Lösung, in welchen Grenzen und unter welchen politischen, demographischen, kulturellen und sonstigen Bedingungen auch immer sie entstehen könnte, hat sie nichts gemein. Israelischen Politikern, ob rechts oder links, sowie Wissenschaftlern und Autoren ist längst klar, dass die Chancen für einen Staat Palästina gleich null sind. Gleichzeitig sind sich alle darin einig, dass der Status quo auf Dauer unhaltbar ist. Selbst Führungskräfte der Siedler kommen zu diesem Schluss, wenn sie anstelle biblischer Verheißungen den Verstand nutzen.
Die Vereinigten Staaten werden den Iran nicht angreifen. Punkt.
Die US werden nicht angreifen. Nicht in diesem Jahr und nicht in den kommenden Jahren. Aus einem Grund, der bedeutender ist als wahltaktische Gründe oder militärische Beschränkungen. Die US werden nicht angreifen, weil ein Angriff ein nationales Desaster für sie selbst und ein radikales Desaster für die ganze Welt bedeuten würde.
„Wenn du die Politik eines Landes verstehen willst, wirf einen Blick auf die Landkarte,“ sagte Napoleon. Minuten nach einem Angriff wird der Iran die Straße von Hormus sperren, durch die fast alles exportierte Öl in der Welt aus Saudi Arabien, den Vereinigten arabischen Emiraten, Kuweit, Qatar, Bahrain, Irak und Iran gefahren werden muss – 40% des auf dem Seeweg transportierte Öl passiert diese Meerenge. Ein paar Minuten später werden alle Ölpreise steigen, sich verdoppeln, verdreifachen, vervierfachen – und die USA und die globale Wirtschaft wird zusammenbrechen.
Solch kleine Probleme belasten die Gehirne von Generälen, militärischen Kommentatoren und anderen weisen Leuten nicht, die die Welt nur zwischen Sicherheits-Scheuklappen wahrnehmen.
Während ich dies schreibe, sind die Bulldozer wieder geschäftig unterwegs in diesem unteilbaren Land mit dem Doppelnamen Israel/Palästina. Schon werden wieder palästinensische Häuser, Gemeindezentren, Stallungen und sonstige „Baulichkeiten“ (wie die israelischen Behörden das wertfrei nennen) zerstört – in Jerusalem, Silwan und verschiedenen Teilen des C-Gebiets im Westjordanland wie auch bei den Beduinen – israelischen Staatsbürgern – in der Negev Wüste. Aber das sind nur noch Aufräumarbeiten: die letzten Palästinenser werden in ihre Gefängniszellen gescheucht. Dann wird man nichts mehr von ihnen oder über sie hören, sie werden kein Problem mehr sein, nicht in Israel und mit der Zeit auch nicht in der Welt, die mit wichtigeren und dringenderen Problemen befasst ist.
Israel beginnt mit Abriss humanitärer Projekte im Westjordanland
"Verdrängung durch gezielte Rückentwicklung"
15.02.2012 - Israelische Behörden haben begonnen humanitäre Projekte im Westjordanland, die mit deutschen Mitteln finanziert werden, im Wert von mehr als 200.000 Euro abreißen zu lassen. Betroffen sind Windkraft- und Solaranlagen, welche die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international in Zusammenarbeit mit der israelischen Organisation Comet-ME in palästinensischen Dörfern der Südhebronhügel errichtete. Finanziert werden die Projekte aus Spendengeldern und mit finanzieller Unterstützung des Deutschen Auswärtigen Amts.
Israels Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten gefährdet eine Zwei-Staaten-Lösung
Aachener Nachrichten, 21.01.2012
Ein interner EU-Bericht zur Situation fortgesetzten israelischen Landnahme und Besiedlung im palästinensischen Westjordanland trifft den Punkt: "Wenn die gegenwärtige Entwicklung nicht gestoppt und zurückgedreht wird, erscheint die Gründung eines lebensfähigen palästinensischen Staats weiter entfernt als jemals zuvor", heißt es laut „Süddeutscher Zeitung“ in dem Papier.
Die israelische Zeitung „Haaretz“ hatte bereits zwei Tage zuvor ausführlich über den EU-Bericht informiert. Die Überschrift in der englischsprachigen Ausgabe lautete übersetzt: „EU-Report: Israels Politik in der Westbank gefährdet Zwei-Staaten-Lösung“.
Kritische Israelis verfolgen solche Berichte sehr aufmerksam, denn eines ist ihnen klar: Sollte das Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung aufgegeben werden, dann ist die Grundlage für einen Status Israels als „jüdischer Staat“ gefährdet. Als solcher versteht sich Israel seit der Staatsgründung 1948. Ein solches Verständnis hat seine Konsequenzen: Es schließt die Benachteiligung nichtjüdischer Staatsangehöriger ein und das sind mehr als 20 Prozent der Einwohner Israels. Sie sind Bürger zweiter Klasse.
Repräsentanten der politischen Stiftungen aus der Bundesrepublik Deutschland in Israel
Offener Brief an Abgeordnete der Knesset
20.11.2011 - In einem gemeinsamen, offenen Brief an die Knesset-Abgeordneten bringen die Repräsentanten der politischen Stiftungen aus der Bundesrepublik Deutschland in Israel ihre Besorgnis über eine Reihe von Gesetzesinitiativen zum Ausdruck bringen, die die finanziellen Rahmenbedingungen der Arbeit von israelischen Nichtregierungsorganisationen und damit zivilgesellschaftliches Engagement insgesamt, grundlegend verändern würden.
27.07.2011 - Die Attentate von Norwegen geben den Blick frei auf einen rechtsextremen und islamophoben Sumpf, der auch in Deutschland Blüten treibt. Viele Vertreter dieser Szene pflegen enge Beziehungen zu Israel.
Den israelischen Friedensaktivisten Uri Avnery schaudert es, wenn er daran denkt, dass dies die neuen Freunde seines Landes sind und dass sich auch der Attentäter von Norwegen selbst als Freund Israels bezeichnete. Seine Forderung, die Deutschen und die Europäer sollten sich von diesem Islamhass deutlich und klar distanzieren. "Ich würde Deutschland und Europa ermahnen, nicht diesen Weg zu beschreiten", sagte er im Interview mit der Deutschen Welle.
"Diese neuen Nazi-Parteien, ganz egal, wie sie heißen und wie sie sich verbrämen, diese Parteien in ganz Europa, in Skandinavien, in Frankreich, in Italien, in Holland und überall, sind eine Riesengefahr für Europa." Die europäischen Rechtsparteien hätten den Antisemitismus durch die Islamophobie ersetzt. Lasse man sie gewähren, dann beschreite man eine Entwicklung, wie in Deutschland in der ausgehenden Weimarer Republik. "Das ist ein Vorgang, den man noch ganz am Anfang ersticken muss", mahnt Avnery.
26.07.2011 - Die Palästinenserführung will im September bei den Vereinten Nationen die Anerkennung eines unabhängigen Staates beantragen. Nur so könne es im israelisch-palästinensischen Konflikt endlich voran gehen, sagt Uri Avnery im Gespräch mit der "Deutschen Welle".
Israel steckte Hunderte palästinensische Jugendliche ins Gefängnis
Jugendlicher in Bil'in. Foto: Hamde Abu Rahma
18.07.2011 - Israel hat seit 2005 mehr als 800 minderjährige Palästinenser verurteilt. Die Jugendlichen seien allesamt wegen Steinewerfens vor ein Militärgericht gestellt worden, prangerten israelische Menschenrechtler an. Vielen wurde während der Haft der Kontakt zu ihren Eltern verboten.
Es sind erschreckende Fakten, die die israelische Menschenrechtsorganisation Betselem am Montag präsentiert hat. Von Anfang 2005 bis Ende 2010 wurden demnach mindestens 835 palästinensische Minderjährige verhaftet und vor Militärgerichtshöfen im besetzten Westjordanland angeklagt. Nur einer von ihnen sei freigesprochen worden, hieß es in dem Bericht. Der Rest sei für schuldig befunden worden. Im Detail waren von den Angeklagten 34 erst zwölf oder 13 Jahre alt. 255 der Minderjährigen waren im Alter von 14 bis 15 und 546 im Alter von 16 bis 17 Jahren.
Die Militärrechtsprechung entspreche weder internationalem noch israelischem Gesetz. Sie gewähre Minderjährigen nur sehr wenige Rechte, wie etwa das Recht auf Trennung von erwachsenen Häftlingen, schrieb Betselem. Auch diese würden jedoch nicht immer eingehalten.
Der vollständige Bericht von Betselem in englischer Sprache
pax christi fordert Bundesregierung zu politischer Konfliktlösung statt Waffenhilfe auf
Parlament muss U-Boot-Subvention stoppen
18.07.2011 - „Jetzt ist das Parlament gefragt. Der Deutsche Bundestag kann und muss die deutsche Subventionierung eines weiteres U-Bootes für Israel verhindern. Mit der Ablehnung des "Einzelplan 60" im Haushaltsentwurf für 2012 können alle Fraktionen beweisen, ob parlamentarische Kontrolle den deutschen Rüstungsexport stoppen kann.", erklärt pax christi-Generalsekretärin Christine Hoffmann heute in Berlin.
„Mit dieser U-Boot Lieferung an Israel setzt die Bundesregierung weiter auf Aufrüstung und heizt damit den Konfliktherd Naher Osten an. Israel will Besatzungsmacht bleiben und zeigt sich immer uneinsichtiger, an einer politischen Konfliktregelung mitzuwirken. Die israelische Regierung setzt auf militärische Dominanz. Statt sich für eine Lösung einzusetzen, die beiden Völkern Perspektive bietet, leistet die Bundesregierung Waffenhilfe. Die Atommacht Israel kann dieses U-Boot mit atomaren Raketen bestücken und damit die Rüstungsspirale in der Region weiter treiben.", kommentiert pax christi-Vizepräsidentin Wiltrud Rösch-Metzler.
Spiegel-Online berichtete gestern über die Pläne der Bundesregierung, ein weiteres U-Boot für Israel mit 135 Millionen Euro zu subventionieren. Dort heißt es, im Entwurf des Bundeshaults 2012 werde die Ausgabe als "Beitrag zur Beschaffung von Verteidigungssystemen für Israel" im Einzelplan 60 ("Allgemeine Bewilligungen") aufgeführt.
Waffendeal
Deutschland subventioniert U-Boot für Israel
17.07.2011 - Die Bundesregierung zeigt sich großzügig gegenüber Israel. Nach SPIEGEL-Informationen fördert Deutschland den Verkauf eines U-Bootes an die Regierung in Jerusalem mit 135 Millionen Euro. Das Brisante an dem Deal: Die Boote können mit Atomwaffen nachgerüstet werden.
12.07.2011 - Für Friedensaktivisten war es ein beliebtes Mittel des Protests: Sie riefen zum Boykott von Waren jüdischer Siedler im Westjordanland auf. Künftig ist das in Israel strafbar. Selbst konservative Kommentatoren nennen das neue Verbot "Faschismus in seiner schlimmsten Form".
Die israelischen Juden sollten den Nakba-Tag auch beachten
Haaretz, 15.03.2011
Wäre Israel in diesem Fall von seiner Rechtschaffenheit etwas mehr überzeugt und wäre seine Regierung offener, dann würden alle Schulen in Israel – die jüdischen wie die arabischen – heute an den Nakba-Tag denken. Ein paar Tage nach den Feierlichkeiten unseres eigenen Unabhängigkeitstages, an dem wir die Tapferkeit und Errungenschaften loben, auf die wir stolz sind, könnten wir eine Stunde Staatsbürgerkunde anbieten. Es würde ein Lektion über ein anderes Erbe sein, das die Geschichte der anderen Seite einschließt, die geleugnet und unterdrückt wird. Kein einziges Haar würde uns vom Kopfe fallen, würden wir dies heute tun. 63 Jahre später, nun wo das Land aufgebaut ist und blüht, können wir damit beginnen, die ganze Wahrheit zu sagen, nicht nur den heroischen und günstigen Teil der Geschichte.
An diesem Tage würde es möglich sein, unsern Schülern zu sagen, dass neben uns ein Volk lebt, für das unser Tag der Freude ihr Tag ein Tag der Katastrophe sei, für die wir und sie die Schuld tragen. Wir könnten den Schülern Israels sagen, dass im 48er-Krieg wie in jedem Krieg schlimme Dinge, ja Kriegsverbrechen geschehen. Wir könnten ihnen über die Vertreibungen und Massaker berichten. Ja, es gab Massaker: man muss nur die Veteranen des Krieges fragen, wie die Städte „gesäubert“ wurden und nach den Dörfern, die zerstört worden sind und den Tausenden von Bewohnern, denen versprochen wurde, nach wenigen Tagen zurückkehren zu dürfen – ein Versprechen, das nie eingehalten wurde – und über die „Infiltranten“ , die versuchten, zu ihren Häusern und ihrem Besitz zurückzukehren, und die von der IDF getötet oder vertrieben wurden.
Protest gegen Äußerung des deutschen UNO-Botschafters
Sieben prominente jüdische Unterstützer der Gaza-Flotille schreiben an Bundestagsabgeordnete
30.04.2011 - Sieben prominente jüdische Unterstützer der Gaza-Flotille, darunter der Aachener Friedenspreisträger Reuven Moskovitz, haben in einem Brief an die Abgeordeneten des deutschen Bundestags gegen die "Warnung" des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen vor einer neuen Gaza-Flotille protestiert.
Der Deutsche Koordinationskreis Palästina Israel – für ein Ende der Besatzung und einen gerechten Frieden (KoPI) und die Kooperation für den Frieden
Attentat auf Schauspieler und Friedensaktivist Juliano Mer-Khamis verurteilt
06.04.2011 - Der Deutsche Koordinationskreis Palästina Israel – für ein Ende der Besatzung und einen gerechten Frieden (KoPI) und die Kooperation für den Frieden trauern um den Schauspieler und Friedensaktivisten Juliano Mer-Khamis, der am Montag, 4. April in Jenin erschossen wurde.
Die beiden bundesweiten Zusammenschlüsse verurteilen dieses Attentat auf den international renommierten Kulturschaffenden, der sich für ein Ende der Besatzung stark machte. Der 53jährige israelische Staatsbürger, Sohn einer jüdischen Mutter und eines palästinensischen Vaters, hatte dazu beigetragen, dass palästinensische Jugendliche im Flüchtlingslager Jenin, nach den verheerenden Zerstörungen durch die israelische Besatzungsarmee im Jahr 2002, wieder Mut fassten.
Keine weiteren Aktivitäten der Deutschen Bahn am israelischen Schnellbahnprojekt Tel Aviv-Jerusalem und den damit verbundenen Völkerrechtsverletzungen
Die Der Deutsche Koordinationskreis Palästina Israel begrüßt die Stellungnahme des Bundes ministeriums für Verkehr, Bau und Stadt entwicklung und wertet den Rückzug der DB als Erfolg seiner Bemühungen.
Israelische Veteranen trainieren jüdische Miliz in USA
14.01.2011 - Eine bewaffnete jüdische Miliz mit dem Namen Kitat Konenut ( hebräisch für „Schnelle Eingreiftruppe“ - "Rapid Response Team“)- hat sich in den USA gebildet. Sie wirbt auf ihrer Homepage für militärische Ausbildungen.
Kitat Konenut bietet individuellen Waffenbesitz und Training im Straßenkampf ("training in the tactics of urban defense") an. Kitat Konenut-Kämpfer werden ausgebildet von Veteranen der israelischen Armee und israelischen Elitekämpfern. Nach eigener Aussage geht es Kitat Konenut um den Schutz jüdischer Gemeinschaften in den USA vor Terrorakten.
Israelische Menschenrechtsorganisation B'Tselem
Israelische Polizei verhaftet Minderjährige
13.12.2010 - Die israelische Menschenrechtsorganisation B'Tselem hat in einer Untersuchung festgestellt, dass die israelische Polizei im Laufe eines Jahres (November 2009 bis Oktober 2010) 81 Minderjährige im Ostjerusalemer Stadtteil Silwan festgenommen oder verhaftet hat. Vier der Minderjährigen waren nicht einmal zwölf Jahre alt.
Das Foto stammt aus einem Video von B'Tselem. das Sie hier sehen.
Den vollständigen Bericht von B'Tselem lesen Sie in englischer Sprache hier
Israelische Siedlungspolitik
Ehemalige EU-Politiker fordern Sanktionen
10.12.2010 - Ehemalige führende Politiker aus der Europäischen Union, darunter Altbundespräsident Richard von Weizsacker und Altbundeskanzler Helmut Schmidt fordern in einem gemeinsamen Brief Sanktionen gegen Israel wegen des fortgesetzten Siedlungsbaus in den besetzten Palästinensergebieten. Zu den weiteren prominenten Unterzeichnern gehören der ehemalige Hohe Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), Javier Solana, die ehemaligen Ministerpräsidenten von Spanien und Italien, Felipe Gonzales und Romano Prodi sowie der ehemalige EU-Kommissar Chris Patten.
Von Matthias Jochheim, Vorstandsmitglied der IPPNW und Mitglied des Kooperationsrates des Kooperation für den Frieden
Konsequenzen aus der Erfahrung auf der Mavi Marmara
Vortrag beim pax christi-Studientag, Fulda 05.12.2010
Matthias Jochheim. Foto: Arbeiterfotografie
1. Warum habe ich als Vertreter einer ärztlichen Friedensorganisation teilgenommen?
Der israelisch-palästinensische Konflikte geht bekanntlich in seiner Bedeutung über einen lokalen Kampf um Territorien und Ressourcen weit hinaus, er steht für die Konfrontation zwischen der westlichen, nordamerikanisch-europäischen Hemisphäre einerseits und der Dritten Welt bzw. auch den islamisch geprägten Ländern andererseits. Der Konflikt um das iranische Atomprogramm ebenso wie die immer wieder aufbrechenden bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten machen deutlich, dass ohne eine friedliche Lösung gerade auch für die Palästinenser die Gefahr massiver Eskalationen bis hin zum Einsatz von Nuklearwaffen bestehen bleibt. Es kann keine Lösung geben, solange legitime Rechte auch der Menschen in Gaza nicht respektiert werden, sondern militärische Machtwillkür die Situation bestimmt. Insofern ist eine Organisation, die zur Prävention des Nuklearkriegs gegründet wurde, auch gefordert, für die Beendigung des israelisch-palästinensischen Konflikts einen Beitrag zu leisten. Es ist unsere Überzeugung, dass zivilgesellschaftliche Aktionen zur Unterstützung der bedrängten Menschen in Gaza solch ein Beitrag sein können.
Israel weigert sich, Grenzen von 1967 zu akzeptieren
19.10.2010- "Niemand wird Israels Grenzen diktieren", erklärte Israels Botschafter in den USA, Michael Oren, gegenüber Journalisten, berichtet die israelische Tageszeitung "Haaretz. So wie Ben-Gurion werde auch Netanyahu weder den Vereinten Nationen noch irgendeiner anderen Organisation erlauben, Israels Grenzen zu diktieren. Diese würden durch Verhandlungen festgelegt. Im Rahmen dieser Verhandlungen hätten palästinensische Unterhändler die Errichtung eines palästinensischen Staates gefordert, erklärte der Diplomat.
Die UN-Resolution 242 vom 22. November 1967 fordert den Rückzug Israels „aus (den) besetzten Gebieten, die während des jüngsten Konfliktes besetzt wurden” sowie die "Beendigung jeder Geltendmachung des Kriegszustands beziehungsweise jedes Kriegszustands sowie Achtung und Anerkennung der Souveränität, territorialen Unversehrtheit und politischen Unabhängigkeit eines jeden Staates in der Region und seines Rechts, innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen frei von Androhungen oder Akten der Gewalt in Frieden zu leben"
Tausende demonstrierten in Tel Aviv gegen Loyalitätseid
Unter den Aufrufern Gush Shalom, Aachener Friedenspreisträger 1997
16.10.2010 - Tausende Israelis demonstrierten am Samstag abend in Tel Aviv gegen den von der israelischen Regierung geforderten Loyalitätseid zum jüdischen Charakter des Staates Israel. Zu der Protestaktion hatten jüdische und arabische Parteien, die Friedensbewegung Gush Shalom, die 1997 den Aachener Friedenspreis erhielt, sowie soziale und Menschrechtsorganisationen.
Auf dem Foto, das aixpaix.de von Nurit Peled-Elhanan übermittelt wurde, ist in der ersten Reihe rechts der Aachener Friedenspreisträger Uri Avnery mit dem kreisrunden Transparent von Gush Shalom zu sehen.
In seinem wöchentlichen Kommentar unter dem Titel "Rot und grün" fordert der namhafte israekische Friedensaktivist und Aachener Friedenspreisträger Uri Avnery, die Aktivisten der internationalen Solidaritätsbewegung auf "klar zwischen dem Boykott der Siedlungen und einem allgemeinen Boykott gegen Israel zu unterscheiden".
"Wenn man das Ende der Besatzung beschleunigen will", schreibt Uri Avnery, "muss man den Friedensaktivisten in Israel helfen. Man muss eine enge Verbindung mit ihnen schaffen. Das Komplott des Schweigens ihnen gegenüber in den Medien der Welt brechen und ihre mutigen Aktionen veröffentlichen, mehr internationale Veranstaltungen schaffen, in denen palästinensische und israelische Friedensaktivisten neben einander präsent sind."
Das Aachener Friedensmagazin www.aixpaix.de sieht sich diesem Ansatz verpflichtet.
Uri Avnerys Kommentar "Rot und grün" lesen Sie hier
Israel
Erziehungsministerium erlaubt Schule mit Rassentrennung
26-08-2010 - Eine religiöse Schule in der israelischen Siedlung Immanuel im Westjordanland erlaubt ausschließlich weißen jüdischen Schülern den Besuch und schließt nichtweiße jüdische Schüler aus. Das berichtet das International Middle East Media Center. Ursprünglich wurde die Schule für diese Rassentrennung mit einer Strafe belegt, weil die Schuel staatlich war. Jetzt hat das israelische Erziehungsministerium die Rassentrennung erlaubt, nachdem eine private Stiftung die Schule übernommen hat.
Die Rassentrennung gilt im Falle der Schule von Immanuel auch für illegale Siedlungen in der Westbank, in Territorien, die eigentlich unter Kontrolle der Palästinensichen Autonomiebehörde stehen müssten. Die Palästinensiche Autonomiebehörde gestattet keine Rassentrennung, kann ihre Gesetze aufgrund der israelischen Besatzung nicht durchsetzen.
VOR DEM Sieg des Feminismus gab es ein populäres israelisches Lied, in dem der Junge das Mädchen fragt: „Was meinst du damit, wenn du nein sagst?“
Diese Frage ist schon beantwortet worden. Nun bin ich versucht, weiter zu fragen: „Wenn du von Zionismus redest, was meinst du damit?“
Das ist auch meine Antwort an jene, die mich fragen, ob ich Zionist sei.
Wenn du Zionist sagt, was meinst du damit?
IN LETZTER ZEIT tauchen Verbände zur Verteidigung des Zionismus auf wie Pilze nach dem Regen. Giftpilze.
Alle Arten amerikanisch-jüdischer Multimillionäre – viele von ihnen Casino-Könige, Bordell-Mogule, Geldwäscher und Steuerhinterzieher – finanzieren „patriotische“ israelische Gruppen in Israel, um den heiligen Krieg für den „Zionismus“ zu kämpfen.
Gemeinsame Stellungnahme zur Untersuchung des Überfalls auf die Gaza-Hilfsflotte
Israelische Regierung muss Erschießung der neun Passagiere aufklären helfen
18.08.2010 - Die israelische Regierung muss zulassen, dass israelische Militärs, die am Überfall auf die Free-Gaza-Flotte beteiligt waren, als Zeugen vernommen werden dürfen. Deren Vernehmung wäre ein Zeichen der Kooperation an die internationale Gemeinschaft und ein Aufbruch aus der Isolation, in die sich die israelische Regierung begeben hat.
Israelische Soldaten müssen zumindest vor dem UN-Untersuchungsgremium, das in der vergangenen Woche seine Arbeit aufgenommen hat, aussagen dürfen.
Gibt es keine Bereitschaft zur gemeinsamen Aufklärung der neun Todesfälle und der gesamten Ereignisse um das Aufbringen der Flotte, bleibt als Mittel nur noch die strafrechtliche Verfolgung in einzelnen Ländern. In Deutschland, Norwegen, Belgien und Spanien können im Rahmen des Völkerstrafrechts Opfer internationaler Verbrechen auch Täter außerhalb ihres Territoriums verfolgen.
Deutscher Koordinationskreis Palästina Israel pax christi, Deutsche Sektion, Internationale Katholische Friedensbewegung IPPNW Deutschland, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung Deutsch-Palästinensische Gesellschaft Palästinensische Gemeinde Deutschland Deutsch-Palästinensische Medizinische Gesellschaft.
10-08-2010 Israelische Behörden ließen am Dienstag das Beduinen-Dorf al-Arakib zum dritten Mal zerstören. Gegen 5 Uhr morgens (Ortszeit kam über 100 Polizisten, die die rund 30 Aktivisten einkesselten. In der Zwischenzeit zerströrten Buldozzer die Häuser.
Über 150 000 Beduinen leben in der Negev-Wüste, die mehr als die Hälfte der Fläche Israels ausmacht. Jetzt soll ein neuer Entwicklungsplan mehr Israelis in diese Einöde bringen, während die Beduinen von ihrem Land weichen müssen.
Ein Beduine im Dorf Abda. Foto: Archiv
Landraub
Israelische Polizei zerstört drei weitere Häuser in der Negev-Wüste
09.08.2010 - Israelische Polizei hat am Montag nach Angaben palästinensischer Nachrichtenagenturen drei weitere Häuser von Beduinen in der Negev-Wüste in Südisrael zerstört. Die Häuser gehötten der Tantawi-Familie im Dorf Abda. Der Bürgermeister des Dorfes Abda, Ibrahim Al-Wakeely, verurteilte die Zerstörungen und erklärte die Dorfbewohner bliben, ungeachtet der "anhaltenden israelischen Provokationen".
Obwohl die Dorfbewohner israelische Pässe beitzen, erkennen die iaraelischen Behörden die Existenz von mehr als 40 arabischen Dörfern im Negev, wo 90.000 Menschen leben, nicht an.
Israel
Atom-Forscher Vanunu nach dreimonatiger Haft frei
Mordechai Vanunu
08.08.2010 - Der israelische Atom-Forscher Mordechai Vanunu, der wegen Enthüllungen über das geheime israelische Atomprogramm 18 Jahre im Gefängnis saß, hat am Sonntag eine weitere Haftstrafe beendet. Nach knapp drei Monaten wurde Vanunu wieder aus dem Gefängnis entlassen, wie die Haftanstalt mitteilte. Vanunu war im Dezember wegen verbotener Kontakte zu Ausländern zu drei Monaten Haft oder drei Monaten gemeinnütziger Arbeit in einem jüdischen Viertel verurteilt worden. Der ehemalige Atomtechniker wollte die gemeinnützige Arbeit aber ausschließlich im arabischen Teil Ost-Jerusalems verrichten, was ihm untersagt wurde.
05.08.2010 - Mindestens 15 historische Gräber des Mamilla-Friedhofs wurden am Donnerstag von israelischen Bulldozern auf Anweisung der Jerusalemer Stadtverwaltung und unter Polizeischutz zerstört. Der Friedhof wurde von Moslems seit dem 7. Jahrhundert genutzt und ist die Grabstätte einer Vielzahl prominenter moslemischer Einwohner Jerusalems.
"Der Mamilla-Friedhof in Jerusalem, einst der größte muslimische Friedhof in ganz Palästina, ist heute ein großer Park, in dem sich Erholung suchende israelische Juden inmitten von zerbrochenen Grabmalen und Grabsteinaufsätzen bewegen. In einigen Fällen wurden Moscheen zu Nachtklubs, Ställen oder Synagogen umgewandelt." Le Monde diplomatique, 12-2008.
Combatants for Peace
Israelis und Palästinenser vereinigt für Frieden und beim Theaterspiel
Sarfraz Manzoor, The Guardian, 1.8.10
Foto: Sarfraz Manzoor
Nour Shehadeh und Chen Alon sind beide glatzköpfige Väter in den Vierzigern. Shehadeh ist Palästinenser. Er verbrachte fünf Jahre in einem Gefängnis in Israel wegen seiner Aktivitäten als Führer seiner lokalen Fatahmilitärgruppe. Alon ist ein früherer Kampfsoldat und Major in der israelischen Armee.
Als sie Kämpfer waren, hätten sich beide mit Verdacht und Angst angesehen. In dieser Woche jedoch sind Shehade und Alon mit 14 anderen Israelis und Palästinensern wegen mehrerer Veranstaltungen in England gewesen, in Warrington, Coventry und in London. Mehr
Ostjerusalem
Siedler stürmen unter Polizeischutz Palästinenser-Haus
29.07.2010 - Wie die israelische Zeitung Haaretz und das Middle East Media Centre melden, haben am Donnerstag morgen israelische Siedler unterstützt von Polizei ein Haus in der Altstadt von Jerusalem gestürmt und drei plästinensische Familien, insgesamt 50 Personen, aus ihren Appartments hinausgeworfen. Ein Polizeisprecher erklärte gegenüber dpa, die Siedler hätten Dokumente dabei, die sie als Besitzer auswiesen. Dem Bericht zufolge hat sich die Polizei ertsn nach der Stürmung des Hauses die Dokumente zeigen lassen, um diese auf Echtheit zu prüfen.
Menschenrechtsorganisation B'Tselem legt Report 2010 vor
26.07.2010 - Die israelische Menschenrechstorganisation B'Tselem hat am Montag ihren aktuellen Menschenrechts-Report 2009/2010 vorgelegt. Schwerpunkte sind die Blockade des Gaza-Streifens, der fehlende Schutz der Palästinenser vor Übergriffen israelischer Siedler, gewalttätige Übergriffe israelischer Sicherheitskräfte gegen Palästinenser, die israelische Besatzungspolitik in der Westbank und die Anlage von Siedlungen zur Grenzsicherung. Für die israelische Menschenrechstorganisation B'Tselem arbeitet auch aixpaix-Korrespondent Haitham al-Khatib.
Den kompletten Menschenrechts-Report 2009/2010 in englischer Sprache finden Sie hier
Eine Fahrt zum Meer
Israelische und palästinensische Frauen brachen öffentlich das Gesetz
23.07.2010 - Je ein Dutzend israelische und palästinensische Frauen, ein Baby und drei palästinensische Kinder unternahmen einen Ausflug mit sechs Privatfahrzeugen von der Westbank an die Küste. Sie aßen gemeinsam im Restaurant, besichtigten Tel Aviv und Jaffa und schwammen im Meer.
Mit diesem Ausflug brachen die Frauen öffentlich israelisches Gesetz, das jedem Israeli und jedem Juden Bewegungsfreihiet zwischen der Mittelmeerküste und dem Jordan einräumt, dieses Recht aber den Palästinensern verweigert.
Tochter eines Mossad-Vizechefs verweigerte Wehrdienst
In einem Video-Beitrag erläutert sie ihre Gründe
Die 20 Jahre alte Israelin Omer Goldman ist gegen die Besetzung Palästinas, sie kritisiert die israelische Sicherheitspolitik, und sie verweigerte den Kriegsdienst. Dafür kam sie 2008 zweimal für insgesamt 28 Tage ins Gefängnis und an die Öffentlichkeit. Die Medien berichten gern über sie, denn ihr Vater war lange Jahre Vizechef des israelischen Geheimdienstes Mossad.
Von Matthias Jochheim, Vorstandsmitglied der IPPNW und Mitglied des Kooperationsrates des Kooperation für den Frieden
Mavi Marmara“ – ein Piratenakt auf hoher See
Gaza – die Blockade beenden!
Matthias Jochheim. Foto: Arbeiterfotografie
Diese Erinnerungen, Bilder und Geräusche werden mich sicher noch oft einholen: eng gefesselte, meist in eine knieende Position gezwungene Menschen, zu hunderten auf einem Schiffsdeck festgehalten, und von vermummten, mit Maschinenpistolen bewaffneten Soldaten in Schach gehalten, so erlebten wir unsere Reise durch das östliche Mittelmeer, nachdem die israelische Armee handstreichartig, vor Beginn des Morgengrauens, die türkische Passagierfähre „Mavi Marmara“ überfallen und unter ihre Kontrolle gebracht hatte - in internationalen Gewässern vor der Küste von Gaza, dem Ziel unserer Reise, wohin wir als Zeichen der Unterstützung medizinische Instrumente, Medikamente, Baumaterialien und Fertighäuser, sowie andere Bedarfsgüter des täglichen Lebens bringen wollten, die die israelische Besatzungsmacht schon seit langem nicht mehr in das Gebiet lässt.
Die israelische Attacke auf das Schiff der Free-Gaza-Flotille Mavi Marmara
Die israelische Armee hatte nach der Attacke auf das Schiff der Free-Gaza-Flotille Mavi Marmara am 31.05.2010 den Passagieren alle Fotoapparate und Filme abgenommen, um eine unabhängige Berichterstattung zu behindern. Der Filmemacherin Iara Lee gelang es ihren einstündigen Dokumentarfilm herauszuschmuggeln. Sie stellte die unbearbeitete Fassung zur Veröffentlichung in aixpaix.de zur Verfügung.
Einen Augenzeugenbericht in deutscher Sprache von Matthias Jocheim, Vorstandsmitglied der IPPNW, lesen Sie hier
Am 10. Juni 2010 stellte Iara Lee ihren Film auf einer Pressekonferenz der UNO vor.
Den Filmbeitrag von der Pressekonferenz sehen Sie hier
Friedensorganisationen aus der Region Aachen verurteilen den israelischen Militäreinsatz gegen Solidaritätsschiffe für Gaza
In Emails an Bundesaußenminister Guido Westerwelle und die israelische Botschaft in Berlin verurteilten Friedensorganisationen aus der Region Aachen mit Abscheu den israelischen Militäreinsatz in der Nacht zum Montag gegen Solidaritätsschiffe für Gaza, bei dem mehr als zehn Angehörige internationaler Friedensbewegungen getötet wurden.
Otmar Steinbicker zu Israels Angriff auf einen Gaza-Hilfsgütertransport
Das vollständige Interview der "Deutschen Welle" hören Sie hier
"Dies ist ein Anschlag auf internationales Recht"
In seiner Rede am 1. Juni, einen Tag nach dem Massaker auf den Free-Gaza-Schiffen verurteilte der ürkische Premier Recep Tayyip Erdogan Israel außergewöhnlich scharf und rief das israelische Volk auf, sich gegen seine falsche Führung zu wehren.
aixpaix.de veröffentlicht umfangreiche Auszüge aus dem Wortlaut.
Die Rede von Uri Avnery, Aachener Friedenspreisträger 1997, die er am Tag des brutalen israelischen Überfalls auf die internationale Solidaritätsflotte „Free Gaza“ bei einer Protestveranstaltung der israelischen Friedenbewegung „Gush Shalom“ gehalten hat: "In dieser Nacht geschah ein Verbrechen mitten auf dem Meer auf Befehl der israelischen Regierung. Der kriegsähnliche Angriff galt Hilfsschiffen, und es fielen tödliche Schüsse auf Friedensaktivisten, die humanitäre Hilfe bringen wollten. Nur eine Regierung, die alle roten Linien schon überschritten hat, ist zu so einer wahnsinnigen Aktion fähig.
Foto: Uri Avnery gibt bei der Kundgebung am 31.05.2020 dem israelischen Armeerundfunk ein Interview. (Gush Shalom)
Den vollständigen Beitrag von Uri Avnery lesen Sie hier
Waren aus israelischen Siedlungen
pax christi Nahostkommission begrüßt Urteil des Europäischen Gerichtshofs
Die Nahostkommission von pax christi begrüßt das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), demzufolge Waren aus israelischen Siedlungen keine EU-Zollvergünstigungen erhalten dürfen. "Das Urteil ist eine deutliche Absage an Israels Ansinnen, sich die stillschweigende Hinnahme seiner völkerrechtswidrigen Ansprüche durch die EU zu sichern", so Hilu Barth, Sprecherin der Nahostkommission in einer Presserklärung am 1.3.2010. "Nun brauchen wir Klarheit auf allen Ebenen. Dazu gehört die eindeutige Kennzeichnung von Waren aus israelischen Siedlungen." Die pax christi Nahostkommission fordert die zuständigen Ministerien auf, die Irreführung der Konsumenten/innen durch die Herkunftsangabe "Israel" auf Siedlungsprodukten endlich zu beenden.
Israelische Soldaten fordern: "Sprecht mit der Hamas!"
Foto: Courage to Refuse
Arik Diamant und David Zonsheim, die Gründer der Organisation "Courage to Refuse" (Mut zur Verweigerung), einer Bewegung israelischer Soldaten, die den Einsatz in den besetzten Gebieten verweigert, haben ihre Regierung aufgefordert, endlich Gespräche mit der Hamas aufzunehmen.
Ihr Beitrag erschien am 15.02.2010 in der Online-Ausgabe der britischen Zeitung "Guardian"
Das Foto zeigt eine Demonstration der Organisation "Courage to Refuse" gegen den Gaza-Krieg vor dem israelischen Verteidigungsministerium
Wehrdienst-Verweigererin in Israel: Gewissen gegen Gesetz
Emelia Marcowich, 19, weiß genau, was sie am 1. Februar machen wird: ins Gefängnis gehen. Sie widersetzt sich der Wehrpflicht - aber Israel zieht alle jungen Leute nach der Schule zum Militär ein, auch Frauen. Emilia aber ist Pazifistin. Jetzt nennen selbst manche Freunde sie Verräterin.
MachsomWatch-Frauen provozieren Polit-Skandal in Israels "Big Brother"-Haus
Wie die israelische Tageszeitung Haaretz meldete, wollen rechte Abgeordnete in Israel die Untersuchung einer Teilnehmerin der Sendung "Big Brother" erreichen, die einen Aufstand der Palästinenser gegen Sanktionen und Drangsalierungen angestachelt haben soll.
Demnach forderten zwei Abgeordnete die strafrechtliche Untersuchung einer Teilnehmerin der Reality Show, die sagte, dass die Besatzung ein Ende habe, wenn die Palästinenser aufstünden und Sicherheitskontrollen sowie Straßensperren verweigerten.
In der Show berichtete Edna Kanti von ihrer freiwillgen Arbeit in der israelischen Menschenrechtsorganisation "MachsomWatch", die die Durchführung der Errichtung von Straßensperren durch Soldaten der israelischen Verteidigungskräfte in der West Bank überwacht.
Sie sagte: "Ich gehe zu den Straßensperren und sehe all die tausenden von Menschen, die dorthin gehen, wohin sie befohlen werden, die ihre Ausweise zeigen und ihre Shirts hochziehen. Würden sie sagen: "Schiebt euch eure Gesetze in den Hintern, wir wollen euch unsere Ausweise nicht mehr zeigen und wir verlassen diese Straßensperre nicht." Und wenn zwei Millionen Palästinenser aufstehen würden, sich in Weiß kleideten und sagten: "Wir gehen wohin wir wollen, dies ist unser Land.", wäre die Besatzung zu Ende."
Den englischsprachigen Beitrag in Haaretz lesen Sie hier
Einen deutschsprachigen Hörfunk-Bericht hören Sie hier
Gush Shalom demonstrierte in Israel gegen Gaza-Blockade
Rund 3000 Menschen, darunter der Aachener Friedenspreisträger Uri Avnery, Mitglieder der von ihm mitbegründeten Friedensorganisation Gush Shalom sowie weiterer israelischer Friedensorganisationen demonstrierten am Samstag, dem 2. Januar in Tel Aviv gegen die Blockade des Gaza-Streifens.
Es klingt ganz einfach, eine gute Idee: fünfzig Kinder aus der palästinensischen Großstadt Nablus verbringen einen unbeschwerten Tag am Meer.
Eingeladen werden sie von ein paar israelischen Frauen, die der Organisation CheckpointWatch angehören. Tag für Tag stehen diese Frauen an den Kontrollposten der israelischen Armee im besetzten Westjordanland und beobachten
Der Gaza-Krieg: Hintergründe jenseits von Kassam-Raketen
von aixpaix-Autor Clemens Ronnefeldt
Die vorläufige Bilanz des Gazakrieges lautet: 1 .300 Tote auf palästinensischer Seite, dazu etwa 5 .500 Verletzte und Schäden in Höhe von etwa 3 Milliarden US-Dollar. Auf israelischer Seite: 10 getötete israelische Soldaten, davon vier von ihren eigenen Kameraden versehentlich umgebracht, vier getötete Zivilisten durch Raketenbeschuss, einige wenige Verletzte sowie Sachschäden in nicht genau zu beziffernder Höhe.
Im Rahmen seine Reihe "Monitoring-Projekt Zivile Konfliktbearbeitung - Gewalt- und Kriegsprävention legte Prof. Dr. Andreas Buro 2007 sein Dossier vor. Lesen Sie hier die aktualisierte Fassung von 2010.