IPPNW

Keine weiteren Waffen in den Irak

29.10.2015 – Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW fordert die Bundesregierung auf, keine weiteren Waffen in den Irak oder in die Region zu liefern.

Deutschland solle sich stattdessen dafür einsetzen, die Kriege im Irak und Syrien nicht militärisch, sondern politisch zu lösen, indem es sich in beiden Ländern für eine Aussöhnung der verfeindeten Bevölkerungsgruppen einsetze. Alle Konfliktparteien müssten an den Verhandlungstisch geholt werden, um lokale und regionale Waffenruhen sowie Friedensverhandlungen vorzubereiten.

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Aufruf des pax christi-Präsidenten Bischof Heinz Josef Algermissen, Fulda, zur Ökumenischen FriedensDekade vom 9. bis 19. November

Den nicht-militärischen Kampf ernster nehmen

14.10.2014 – Die verzweifelte Lage der christlichen und anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Nahen und Mittleren Ostens übersteigt, was wir mit unserem Mitgefühl ausdrücken können. Auf die Arabellion für Menschenrechte folgt ein Feldzug der Gräuel. Viele Menschen hierzulande fühlen sich angesichts dieses Schreckens zerrissen zwischen Hilflosigkeit und dem Ruf nach militärischen Antworten. In akuter Not rufen die Menschen im Kampfgebiet nach Waffen und Beistand und übertönen jene, die vor noch mehr Waffengewalt warnen. Mit Blick auf die kommende Ökumenische FriedensDekade vom 9. bis 19. November möchte ich an Sie appellieren, sich diese Zeit in Gemeinden, Städten und Initiativen für Gebet und Aktion für Frieden und Gerechtigkeit zu nehmen.

Um nicht als Nichtstuer zu gelten, sind wir oftmals geneigt, gegen eigene Grundsätze und wider besseres Wissen für Militäreinsätze zu plädieren. Sind aber die militärischen Antworten nicht eine ebenso hilflose Geste? Wenn die Bundesregierung zum ersten Mal Waffen an kurdische Kämpfer im Nordirak liefert, die davor ihr Autonomie-Gebiet um die erdölreiche Region Kirkuk ausgedehnt haben? Wenn die USA bombardieren, damit Zivilisten im Sinjar Gebirge gerettet werden können und die amerikanische Regierung dann feststellt, die meisten hätten sich bereits selber gerettet, eine Evakuierung sei nicht mehr notwendig?

Die Waffenlieferungen und Militärschläge wirken hilflos, auch weil sie nicht mit einem politischen Konzept verbunden sind. Zu einem politischen Konzept, das über aktuelles Unrecht hinausweist, würde gehören, die Staaten in der Region, die in Spannung zueinander stehen wie Iran und Saudi-Arabien als Garantiemächte für ein Gewaltende zu gewinnen, den Grundkonflikt zwischen Israel und Palästina nicht länger zu verwalten, sondern zu lösen, einen nuklearwaffenfreien Nahen und Mittleren Osten, wie ihn Staaten in der Uno anstreben, endlich auszuhandeln und eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur aller Länder im Nahen und Mittleren Osten aufzubauen. Der sogenannte Islamische Staat (IS) bedroht alle Staaten in der Region. Doch nur, wenn diese gemeinsam an einem Tisch sitzen, werden sie auch gemeinsam dem IS etwas entgegensetzen können. Werden solche Ziele nicht benannt, bleibt es bei Vermutungen, dass Destabilisierung und Zerschlagung der Staaten in Kauf genommen werden.

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US-Angriffe gegen IS-Kämpfer

IPPNW fordert: Kein erneuter Einsatz von Uranmunition im Irak

02.10.2014 – Laut US-Medien plant das Pentagon den Einsatz von zwölf A-10 Flugzeugen im Rahmen des Kampfes gegen die IS-Kämpfer im Nahen Osten. Diese Flugzeuge verfügen über eine 30-Millimeter-Bordkanone, die Geschosse aus Uranmunition abfeuern kann. Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW fordert die Bundesregierung auf, sich gegenüber der US-Regierung dafür einzusetzen, dass prinzipiell auf die Verwendung von Uranmunition verzichtet wird.

Die Bordkanonen der A-10 Flugzeuge wurden in den Kriegen in Bosnien, Kosovo und den beiden Irak-Kriegen mit Uranmunition bestückt und hinterließen nach den Bombardierungen lang anhaltende Schädigungen der Umwelt sowie Gesundheitsschäden bei den betroffenen Menschen. Uranmunition schädigt die menschliche DNA auf zweifache Weise: als Schwermetall wirkt es chemotoxisch und als Alphastrahler radiotoxisch. Dies wurde in über 50 qualifizierten Studien nachgewiesen.

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pax christi

Kein militärisches Engagement im Irak!

Hände weg von Syrien!

22.09.2014 – Die US-Administration verwendet seit den Gedenkveranstaltungen zum 11.09.2014 offiziell die Formel eines Kriegs gegen den „IS“. pax christi warnt vor jeder Beteiligung an einem solchen „Krieg“.

Die Ereignisse im Sindschar-Gebirge im August 2014 mit der Ermordung und Vertreibung der jesidischen Bevölkerung haben eine voreilige weltweite Zustimmung zu den darauf folgenden Luftangriffen des US-Militärs gegen den „IS“ und zu Waffenlieferungen an die kurdische Konfliktpartei ausgelöst. Auch die Bundesregierung hat die Weichen für eine Beteiligung an diesen Waffenlieferungen gestellt. Nun ist die US-Außenpolitik dabei, ein umfassendes Bündnis gegen die Dschihadisten zusammenzubringen und hat es auf einer Strategiekonferenz in Paris auch schon untermauert.

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Bund für Soziale Verteidigung e.V.

Hintergrundpapier zum Thema "Islamischer Staat", Irak und Syrien

19.08.2014 – Ein soeben vom Bund für Soziale Verteidigung e.V. herausgegebenes Hintergrundpapier zum Thema "Islamischer Staat", Irak und Syrien skizziert die Konfliktbeteiligten, zeigt mögliche zivile, nicht-gewaltgestützte Vorgehensweisen zum Umgang mit Konflikten auf und entwickelt Vorschläge für Aktivitäten der Friedensbewegung.

In der Ankündigung des Papiers heißt es: „Die neue Bundesregierung trat 2013 mit dem Versprechen an, Waffenexporte in Nicht-NATO-Staaten restriktiver zu handhaben. Bis zur zweiten Augustwoche 2014 galt dies auch noch, doch dann fand innerhalb weniger Tage ein Schwenk um 360 Grad statt.

Ausgelöst durch das Flüchtlingsdrama der yezidischen Bevölkerung im Nordirak, die vor der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in die Berge floh und dort zu verhungern und zu verdursten drohte, begannen zuerst Verteidigungsministerin von der Leyen, binnen 48 Stunden gefolgt von Außenminister Steinmeier und schließlich der Kanzlerin selbst, von möglichen Waffenlieferungen an die kurdischen Kämpfer im Irak und evtl. auch in Syrien zu sprechen.

Die yezidischen Flüchtlinge wurden inzwischen größtenteils aus den Bergen gerettet, aber dennoch wird weiter die Gefahr von Genozid beschworen, um Waffenlieferungen zu rechtfertigen. Damit soll nicht das Wüten der IS oder ähnlicher Gruppierungen kleingeredet werden. Aber mehr Waffen in eine derartige Situation zu pumpen, wo keinerlei Sicherheit besteht, dass sie nicht in die Hände der Gegenseite fallen oder gegen andere Gegner als diejenigen, die den westlichen Regierungen jetzt vorschweben, gerichtet werden, ist mehr als ein Spiel mit dem Feuer.“

Das Papier zum Download


World Wide Web aixpaix.de