Das Anliegen einer Verhandlungslösung unter Einschluss der Taliban wird jetzt auch vom UNO-Repräsentanten in Afghanistan, Kai Eide, unterstützt. Fotos: UNAMA
Am 18. Juni 2009 hielt Kai Eide eine bemerkenswerte Rede in Kabul vor 1000 Delegierten der Nationalen Friedens-Jirga Afghanistans, darunter religiöse Würdenträger, Parlamentsabgeordnete, Stammesführer und Intellektuelle. Eide unterstützte die Dialogbemühungen dieser Friedensbewegung und betonte die Notwendigkeit eines Verhandlungsprozesses mit allen Konfliktparteien, also einschließlich der Taliban.
„Es muss ein Prozess sein, der alle Teile der afghanischen Gesellschaft beinhaltet. Wenn wir das Land in Frieden einen wollen, dann kann kein Teil aus diesem Prozess ausgeschlossen werden. Wenn einige ausgeschlossen bleiben, wird das Land erneut geteilt,“ sagte Eide und stellte fest: „Frieden kann nicht von außerhalb kommen, er muss innerhalb des Landes geschaffen werden.“
Rede von Kai Eide vor der Nationalen Friedens-Jirga Afghanistans im englischen Original
Die Rede von Kai Eide vor der Nationalen Friedens-Jirga Afghanistans lesen Sie in der deutschen Übersetzung
Eides Statement gegenüber dem UNO-Sicherheitsrat, in dem er auf diese Veranstaltung Bezug nimmt.
Kommentar von Otmar Steinbicker in den Aachener Nachrichten
Die Nationale Friedens-Jirga Afghanistans hatte im September 2008 in einer gemeinsamen Erklärung mit der deutschen Kooperation für den Frieden eine Verhandlungslösung unter Einschluss aller Konfliktparteien gefordert und konkrete Schritte dafür vorgeschlagen. Das Dokument lesen Sie hier.
Im Rahmen seiner Reihe Monitoring-Projekt Zivile Konfliktbearbeitung – Gewalt- und Kriegsprävention
legte Prof. Dr. Andreas Buro sein Dossier vor.
Die Taliban sind zu Gesprächen mit USA und Europäern bereit
Interview mit Naqibullah Shorish
Shorish-Plankann Afghanistan den Frieden bringen
Der Plan von Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, der über drei Millionen Menschen repräsentiert, ist der derzeitig einzige international von den unterschiedlichen Seiten diskutierte Friedensplan. Die Taliban-Führung um Mullah Omar hat den „Shorish-Plan“ im Grundsatz, nicht in allen Details, akzeptiert.
Zur Bedeutung des Shorish-Plans
Interview mit Naqibullah Shorish
Auf vier Seiten stellt Otmar Steinbicker knapp und verständlich die Chancen für Friedensverhandlungen in Afghanistan vor und widerlegt die Mär von den verhandlungsunfähigen Taliban.
Das Infoblatt zum Download