Aus der Autobiografie von Andreas Buro

Erinnerungen an Tage in Aachen

2011 erschien das Buch von Andreas Buro „Gewaltlos gegen Krieg, Lebenserinnerungen eines streitbaren Pazifisten“. Fünf Seiten widmete er darin seinen kurzen Aufenthalten in Aachen. Darin erläuterte er explizit die Grundzüge der von ihm entwickelten Zivilen Konfliktbearbeitung und Möglichkeiten ihrer Realisierung.

Hier sein Text:

Aachener Friedenspreis für Zivile Konfliktbearbeitung

Verleihung des Aachener Friedenspreises 2008, v.l.n.r.: Otmar Steinbicker, Mitri Raheb, Roni Hammermann, Andreas Buro

Ursula und ich waren schon zwei Tage früher nach Aachen gereist. Ich sollte dort am 1. September 2008 – dem Anti-Kriegstag – den nationalen Aachener Friedenspreis erhalten. Ich hatte etwas Angst davor, würde da doch viel Gutes über mich gesagt werden, und ich wusste, dass ich mit Belobigungen nicht gut umgehen kann.

Den internationalen Aachener Friedenspreis teilten sich die von Frauen gegründete und betriebene israelische Machsom Watch, vertreten durch Dr. Rahi-RoniHammermann und der palästinensische Pfarrer Mitri Raheb. Machsom Watch beobachtet die israelischen Kontrollpunkte im West-Jordanland und meldet alle Schikanen der israelischen Soldaten gegenüber Palästinensern der Öffentlichkeit. Dr. Mitri Raheb gründete das internationale Begegnungszentrum an seiner lutherischen Weihnachtskirche. Von dessen Erfolgen ermutigt, rief er 1998 die „Dar-Al-Kalima“-Schule, das „Haus des Wortes“, ins Leben. 2003 – da war die Zweite Intifada längst im Gange – gründete er das „Dar-Al-Kalima“-Gesundheitszentrum. Seit 2007 ist er dabei, die Fachhochschule für Kunst, Medien und Tourismus auszubauen.

Meine Töchter Josephine und Marie waren zu meiner Freude nach Aachen gekommen, wie auch viele Freunde und Freundinnen aus der Friedensbewegung. Der große Saal war brechend vol. Musik, Gesänge, Ansprachen. Der Verdi-Vorsitzende Bsirske hielt die Laudatio für uns drei Preisträger.

Ich bedankte mich für die Verleihung des Preises, und auch dafür, dass der Preis unter dem Kriterium der Zivilen Konfliktbearbeitung vergeben wurde, denn die Transformation von militärisch gewaltsamen zu zivilen Formen des Konfliktaustrags sei die große Aufgabe der Zukunft:

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Aachener Friedensmagazin

aixpaix.de trauert um Prof. Dr. Andreas Buro

19.01.2016 – Das Aachener Friedensmagazin aixpaix.de trauert um seinen prominenten Autor Andreas Buro, der heute um 13 Uhr im Alter von 87 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in seinem Haus in Grävenwiesbach im Taunus im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen und verstorben ist.

Prof. Dr. Andreas Buro, Friedensforscher und jahrzehntelanger Vordenker der deutschen Friedensbewegung, gehörte zu den Mitbegründern der Ostermärsche der 1960er Jahre und blieb bis wenige Tage vor seinem Tode friedenspolitisch aktiv. Er war Mitbegründer und bis zuletzt friedenspolitischer Sprecher des Komitees für Grundrechte und Demokratie. Große Verdienste erwarb er sich in der Entwicklung der Zivilen Konfliktbearbeitung (ZKB) als realistische Alternative zu militärischem Vorgehen. Seit dem Jahr 2006 gab er in Zusammenarbeit mit der Kooperation für den Frieden, einem Zusammenschluss von mehr als 50 Organisationen der deutschen Friedensbewegung Monitoring-Dossiers heraus, in denen ausdifferenzierte Vorschläge zur zivilen Konfliktbearbeitung in bestimmten internationalen Konflikten ausgearbeitet sind.

Andreas Buro wurde 2008 mit dem Aachener und 2013 mit dem Göttinger Friedenspreis ausgezeichnet.

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Aachener Friedensmagazin aixpaix.de warnt vor „Friedensbewegung 2015“

Aachener „Friedenswinter-Aktivisten“ agieren jetzt gemeinsam mit Dresdener Ex-Pegida-Frontfrau Kathrin Oertel

23.06.2015 – In einem als „Grundsatzpapier der Friedensbewegung 2015“ bezeichneten Aufruf haben sich Personen aus der neurechten Mahnwachenszene als Erstunterzeichner mit der Dresdner Ex-PEGIDA-Frontfrau Kathrin Oertel zusammengeschlossen. In Aachen gehören die „Friedenswinter-Aktivisten“ Ansgar und Helene Klein sowie Veronika Thomas-Ohst vom Euregioprojekt Frieden e.V. zu den Erstunterzeichnern.

Aus der deutschen Friedensbewegung finden sich ansonsten keine Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, wohl aber Personen aus dem Umfeld des neurechten Publizisten Jürgen Elsässer. Dieser trat beizeiten als Befürworter der „PEGIDA“-Bewegung und am 21. Januar 2015 als Redner auf einer Demonstration der Leipziger „PEGIDA“-Aktivisten („LEGIDA“) auf.

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Stimme der Aachener Friedensbewegung

aixpaix.de trauert um Hein Kolberg

04.01.2015 - Das Aachener Friedensmagazin aixpaix.de trauert um Hein Kolberg, der vor wenigen Tagen im Alter von 93 Jahren verstarb. Hein Kolberg war 1988 Mitbegründer des Aachener Friedenspreis e.V. und eine der starken Stimmen der Aachener Friedensbewegung!

Hein Kolberg hatte als Soldat den Zweiten Weltkrieg erlebt, hatte im Bahnhof von Warschau Deportationszüge nach Auschwitz gesehen und seine Hilflosigkeit erlebt. Nach seiner Rückkehr wurde er Kommunist und blieb es zeitlebens. In Aachen genoss er über alle Parteigrenzen hinaus als Repräsentant des Antifaschismus höchste Anerkennung.

Einen seiner letzten öffentlichen Auftritte hatte er am 5.5.2014 bei einer Mahnwachenkundgebung der Aachener Friedensbewegung 2014. Hein Kolbergs Rede auf dieser Kundgebung bleibt sein Vermächtnis in Erinnerung. Es ist ein Vermächtnis, das verpflichtet!

Hein Kolbergs Rede

Kailash Satyarthi

Friedensnobelpreisträger dankt für Glückwünsche aus Aachen

Kailash Satyarthi mit indischen Kindern.

12.10.2014 - Per email dankte der diesjährige Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi für die Glückwünsche aus Aachen. Wörtlich schrieb der Preisträger:

Dear Otmar,

My heartfelt gratitude to you for all your wishes. This is a great moment of honour for India and the world, especially for all the children who silently suffer exploitation across the globe. I am honoured and humbled to have received this prestigious prize.

Your words motivate me to move ahead with even more vigour. Once again thank you for all your wishes.

In solidarity,
Kailash

Aachener Friedensmagazin aixpaix gratuliert

Aachener Friedenspreisträger Kailash Satyarthi erhält Friedensnobelpreis

Kailash Satyarthi 1994 beim Empfang des Aachener Friedenspreises mit dem damaligen Friedenspreis-Vorsitzenden Albrecht Bausch (links). Foto: Lohmann

10.10.2014 - Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die pakistanische Schülerin Malala Yousafzai und den indischen Menschenrechtsaktivisten Kailash Satyarthi. Dies teilte das norwegische Nobel-Komitee in Oslo am Freitag mit.

aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker gratulierte dem Friedensnobelpreisträger per email.

Aus der Broschüre 20 Jahre Aachener Friedenspreis:

Kailash Satyarthi wurde der Aachener Friedenspreis 1994 für seine Arbeit als Generalsekretär der Organisation SACCS „South Asian Coalition on Child Servitude“ verliehen. Die Südasiatische Koalition gegen Kindersklaverei ist ein Zusammenschluss von mehr als 100 Nichtregierungsorganisationen, die sich vorwiegend für die Einhaltung von Menschenrechten in Indien, Bangladesh, Pakistan, Nepal und Sri Lanka engagieren.

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Künstler Kurt Abel

Friedensengel aus 7200 Grablichthülsen

Künstler Kurt Abel

WDR-Dreharbeiten zur Aufstellung des Friedensengels. Links im Bild: Kurt Abel, Foto: Otmar Steinbicker

29.09.2014 - Am Denkmal für die Toten des Ersten Weltkrieges in Aachen-Eilendorf stellte heute morgen der Künstler Kurt Abel seinen Friedensengel auf. Die Figur erstellte er aus 7200 Grablichthülsen, um an die Toten der Weltkriege zu erinnern und vor neuen Kriegen zu warnen.

Mehr dazu in Kürze in der Regionalsendung des WDR und in den Aachener Zeitungen.

Nach diversen Ausstellungen soll der Friedensengel versteigert werden zu Gunsten der israelisch-palästinensischen Friedensorganisation Parents Circle.



Israelisch-palästinensische Friedensbewegung

„Combatants for Peace“ zu Besuch bei aixpaix.de

Hai Ashkenazi von den „Combatants for Peace“ (links) und aixpaix-Herausgeber Otmar Steinbicker. Foto: Peter Brill

11.09.2014 - Der israelische Ex-Major und heutige Friedensaktivist Hai Ashkenazi arbeitet in der israelisch-palästinensischen Friedensbewegung „Combatants for Peace“ mit. Im Rahmen eines Deutschland-Besuches war er auch Gast des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de.

Die Mitglieder der Organisation „Combatants for Peace“– Kämpfer für den Frieden – waren als israelische Soldaten oder palästinensische Befreiungskämpfer ein Teil der Gewaltspirale zwischen Palästina und Israel. Gemeinsam wenden sie sich jetzt gegen Gewalt und für ein Ende der israelischen Besatzung der pa­ lästinensischen Gebiete.

Die binationale Bewegung wurde 2005 von Palästinensern und Israelis, die in dem Kreislauf der Gewalt eine aktive Rolle übernommen hatten, gegründet. Sie beschlossen ihre Waffen fallen zu lassen und zusammen zu arbeiten, um eine friedliche Lösung durch Dialog und nicht gewalttätige Aktionen zu erreichen. 2007 waren die „Combatants for Peace“ auch für den „Aachener Friedenspreis" nominiert.

Hai Ashkenazi und Otmar Steinbicker vereinbarten eine Zusammenarbeit der „Combatants for Peace“ und des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de. Der palästinensische „Combatants for Peace“-Aktivist Jamil I. M. Alqassass konnte wegen Problemen bei seiner Reise nach Deutschland leider nicht in Aachen dabei sein.

Aachen

RWTH bekam Forschungsaufträge vom Pentagon

Aachen, 25.11.2013 – Einer Meldung des WDR zufolge, hat auch die RWTH Aachen für das US-amerikanische Verteidigungsministerium geforscht.

In der WDR-Meldung heißt es: Das bestätigte die Pressestelle der Hochschule am Montag dem WDR. So wurde zum Beispiel am Eon-Institut an einem Gleichgewichtssystem für Schiffe gearbeitet. Wie viele Forschungsaufträge es in den letzten Jahren genau gegeben hat und wieviel Geld geflossen ist, dazu wollte die Hochschule keine Angaben machen.

Gegenüber den Aachener Nachrichten dementierte RWTH-Rektor Professor Ernst Schmachtenberg die Arbeit eines RWTH-Instituts an einem Gleichgewichtssystem für Schiffe als Forschung für das US-Verteidigungsministerium. Die RWTH werde es weiter so handhaben, über Auftraggeber nicht zu sprechen, sagte Schmachtenberg der Zeitung.

Die Meldung der Aachener Nachrichten

Die knappe WDR-Meldung

Ein ausführlicherer Hintergrundbericht ohne Aachen-Bezug in Zeit online

Ein ausführlicherer Hintergrundbericht ohne Aachen-Bezug in sueddeutsche.de

Gemeinsame Erklärung von Friedensaktivisten aus USA, Afghanistan und Deutschland

Krieg löst keine Probleme, weder in Syrien, noch in Afghanistan – Nur politische Lösungen schaffen nachhaltig Frieden

Roy Bourgeois, Otmar Steinbicker, Jutta und Karl-August von Dahl

Aachen, 30.8.2013 – Nach einem gemeinsamen Treffen in der aixpaix.de-Redaktion stellten die Aachener Friedenspreisträger Jutta von Dahl (1988) und Roy Bourgeois (2005) sowie Karl August von Dahl und aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker vor der Presse in Aachen eine gemeinsame Erklärung zu dem drohenden Militärschlag gegen Syrien vor. Diese Erklärung wurde auch vom afghanischen Stammesführer Naqibullah Shorish unterzeichnet.

"Wir, Friedensaktivisten aus den USA, Afghanistan und Deutschland, appellieren in dieser dramatischen Situation angedrohter Militärschläge der USA und anderer Staaten gegen Syrien an die Regierungen unserer Länder, alles zu tun, um die Eskalation von Kriegshandlungen zu verhindern und tragfähige, politische Lösungen für den politischen Konflikt zu ermöglichen.

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8. Mai 1988 – 8. Mai 2013

Der Aachener Friedenspreis wird 25 Jahre alt

08.05.2013 – Heute wird der Aachener Friedenspreis 25 Jahre alt. Für aixpaix.de sprach Jonas Voß mit Otmar Steinbicker, dem langjährigen Friedenspreis-Vorsitzenden und heutigen aixpaix.de-Herausgeber über die Geschichte des Friedenspreises, die Geschichte der Friedensbewegung der 1980er Jahre und die aktuellen Probleme und Aufgaben der Friedensbewegung.

aixpaix.de: Am 8. Mai 1988, also vor 25 Jahren wurde der Aachener Friedenspreis begründet. Was bedeutet dieses Datum für Sie?

Otmar Steinbicker: Die Gründung des Aachener Friedenspreises war wohl die bemerkenswerteste Antwort auf den teilweisen Zerfall der deutschen Friedensbewegung der 1980er Jahre.

aixpaix.de: Was war das für eine Zeit?

Otmar Steinbicker: Die Friedensbewegung der 1980er Jahre war eine Massenbewegung, die Millionen Menschen bewegte und das politische Klima jener Zeit deutlich beeinflusste. Millionen unterzeichneten damals den Krefelder Appell gegen die Stationierung neuartiger atomarer Mittelstreckenraketen und forderten Abrüstung statt weiterer gefährlicher Eskalationsschritte in Richtung Atomkrieg. Hunderttausende gingen bei Demonstrationen auf die Straße und Zehntausende organisierten sich vor allem in örtlichen Initiativen, in Städten wie Aachen bis auf die Ebene von Stadtteilinitiativen.

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Neue Wege für die Rüstungsforschung

RWTH Aachen richtet Professur für Rüstung ein

von Andreas Seifert / 2. November 2012

Den Lesern des Magazins Europäische Sicherheit & Technik (früher: Strategie & Technik) ist das INT in Euskirchen ein Begriff. Das Fraunhofer-Institut für naturwissenschaftlich-technische Trendanalyse kurz INT ist bekannt für seine Beobachtungen von Forschung mit Bezug zu Rüstung und Militär. Es veröffentlicht wissenschaftlich untermauerte Prognosen, wohin sich Wehrwirtschaft und -technologie entwickeln könnten und sollten. Mit seinen 100 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 7,2 Millionen Euro ist es seit Jahrzehnten das Beratungsinstitut für das Verteidigungsministerium in Technik- und Forschungsfragen. Das INT ist überdies am Fraunhofer Verbund Verteidigung und Sicherheit beteiligt.

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Wissenschaftler schreiben an RWTH-Rektor

Hinwendung der RWTH zur Rüstungsforschung ist nicht zu übersehen

29.10.2012 – Eine Hinwendung der RWTH zur Rüstungsforschung sei nicht zu übersehen, stellen Dr.-Ing. Dietrich Schulze von der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit e. V., Prof. i.R. Dr.-Ing. Dietrich Meyer-Ebrecht vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) e.V., und Dr. Andreas Seifert von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. Tübingen in einem gemeinsamen Brief an RWTH-Rektor Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg fest.

Der Brief im Faksimile

Ehrung für aixpaix-Autor

Göttinger Friedenspreis geht an Andreas Buro

Prof. Andreas Buro, Autor des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de, erhält den Göttinger Friedenspreis 2013. Die Stiftung Roland Röhl, die den Preis vergibt, würdigte Buro sei eine der größten Persönlichkeiten der deutschen Friedensbewegung.

Der 84-Jährige sei konsequenter Pazifist und unermüdlicher politischer Aktivist. Er habe die Geschichte der Friedensbewegung geprägt. Frühere Preisträger sind unter anderem Egon Bahr und Hans Küng. Der Friedenspreis wird am 9. März 2013 in Göttingen verliehen.

2008 erhielt Andreas Buro auch den Aachener Friedenspreis.

Beiträge von Andreas Buro in aixpaix.de

Gershon Baskin, prominenter Kolumnist der „Jerusalem Post" und Vermittler bei der Freilassung des israelischen Soldaten Gilat Shalit durch die Hamas

Ich stimme Aachens Bürgermeisterin zu, dass Israel kritisiert werden darf

Kritik an Israels Umgang mit den Palästinensern hat nichts mit Antisemitismus zu tun!

27.02.2012 – In den vergangenen Wochen sorgten Artikel in der "Jerusalem Post" für Aufregung, die Aachens Bürgermeisterin Hilde Scheidt des Antisemitismus bezichtigten. Das Aachener Friedensmagazin aixpaix.de befragte den prominenten Kolumnisten der „Jerusalem Post“, Gershon Baskin und erhielt erstaunliche Antworten.

aixpaix.de: Sie haben den Artikel in der „Jerusalem Post“ vom 2. Februar über den Antisemitismus-Vorwurf gegen die Aachener Bürgermeisterin Hilde Scheidt gelesen. Welchen Eindruck haben Sie gewonnen?

Gershon Baskin

Gershon Baskin: Ich habe verstanden, dass Frau Scheidt es für richtig hält, dass die israelische Politik kritisiert werden darf. Wenn das so ist, dann stimme ich ihr zu. Kritik an Israel im Hinblick auf den Umgang mit den Palästinensern hat nichts mit Antisemitismus zu tun!

aixpaix.de: In Israel wird innenpolitisch eine heftige Debatte über den Kurs gegenüber den Palästinensern und über die Besatzungspraxis im Westjordanland geführt. Auch aus vielen anderen Ländern kommt Kritik. Dürfen Deutsche sich daran beteiligen oder sollten sie aufgrund der schrecklichen Dimensionen des Holocaust besser schweigen?

Gershon Baskin: Ich denke, dass die Deutschen, die zu Israels besten Freunden in der Welt gehören, eine Verantwortung haben, mit ihren Freunden ehrlich zu sein. Wenn die Deutschen und die deutsche Regierung glauben, dass Israel gegen seine eigenen besten Interesse handelt, sollten sie nicht still bleiben. Noch einmal: Es ist nicht antisemitisch, die Regierung Israels für seine Politik gegenüber dem palästinensischen Problem zu kritisieren.

Das vollständige Interview

Jerusalem Post

Broder und Co hetzen gegen Aachen

19.02.2012 – Von Lügen und Verdrehungen gespickt ist ein Artikel des Korrespondenten der "Jerusalem Post" Benjamin Weinthal in der Ausgabe vom 18.02.2012 gegen Aachen, seine grüne Bürgermeisterin Hilde Scheidt und Redakteure der "Aachener Nachrichten" und der "Aachener Zeitung".

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Aachener DIG-Preis an Henryk M. Broder

Aachener Bürgermeisterin tritt nach Broder-Ausfällen aus der Deutsch-Israelischen Gesellschaft aus

20.12.2011 – Mit klaren Worten hat Aachens Bürgermeisterin Hilde Scheidt am Dienstag gegen die jüngsten Hetzattacken von Henryk M. Broder Stellung genommen und ihren Austritt aus der Deutsch-Israelischen Gesellschaft angekündigt.

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Foto: Otmar Steinbicker

Palästinensischer Fotograf

Hamde Abu Rahma fotografierte in Aachen

15.07.2011 - Mit einer Fotoreportage vom Aachener Friedenslauf beendete der palästinensische Fotograf Hamde Abu Rahma seinen Arbeitsaufenthalt in Aachen.

Aachener Friedensmagazin www.aixpaix.de

Friedensbotschafter aus Palästina zu Gast in Aachen

Bericht des Belgischen Rundfunks

13.07.2011 – Seit 1967 – kurz nach dem Sechstagekrieg – wurde das kleine palästinensische Dorf Bil’in mit den vielen, wirtschaftlich Gewinn bringenden Olivenhainen, von der israelischen Armee besetzt. Es ist der zähe Konflikt zwischen Israel und Palästina, der sich in Bil’in tagtäglich abspielt. Seit 2005 jedoch regt sich gewaltfreier Protest in Bil’in und das Dorf erlang als “Friedensdorf” weltweit Aufmerksamkeit. Zur Zeit ist ein junger Fotograf aus Bil’in bei dem Aachener Friedensmagazin “Aixpaix” zu Gast. Als Botschafter seines Dorfes Bil’in möchte er für Frieden zwischen Israel und Palästina werben.

Sein Cousin ist bei den Protesten ums Leben gekommen und Freiheit, selbst das spontane Besuchen von Verwandten und Freunden, die ein paar Kilometer entfernt leben, hat er niemals kennen gelernt. Hamde Abdu Rahma sieht nicht aus wie ein 23-jähriger junger Mann. Sein Gesicht wirkt vergrämt – doch wenn er erzählt, kommt Enthusiasmus auf und von Verbitterung ist nichts zu hören.

Vielmehr freut er sich: Die friedlichen Proteste, bei denen die Menschen seit sechs Jahren in Bil’in tagtäglich für ihre Freiheit demonstrieren, haben Ende Juni zu ersten Erfolgen geführt. Rund 1000 Hektar Land hat Israel den Bewohnern von Bil’in in der Nähe von Ramallah auf der Westbank zurück gegeben. Eigentlich hätte das viel früher geschehen sollen – denn das Urteil, eines israelischen Gerichtes, das über den Rückzug entschied, wurde schon vor vier Jahren gesprochen.

Es sind Schicksale wie die von Hamde Abu Rahma, die der Aachener Journalist und Friedensaktivist Otmar Steinbicker begleitet. Sein Internetportal aixpaix.de ist ein Forum für alle, die für Frieden kämpfen. Steinbick sieht sich als Übersetzer komplizierter Sachverhalte.

Seit zwei Jahren betreibt Steinbicker sein Internetportal. Autoren aus aller Welt berichten dort. Darunter auch namhafte Persönlichkeiten aus der Friedensbewegung. Otmar Steinbicker war selber sechs Jahre lang Vorsitzender des Aachener Friedenspreises. Mit “Aixpaix” möchte er für eine differenziertere Berichterstattung sorgen und dazu beitragen, dass sich jeder sein eigenes Urteil zu den Konfliktherden bilden kann.

aixpaix.de

Fotografen aus Israel und Palästina besuchten aixpaix.de-Redaktion

Weitere Zusammenarbeit vereinbart

v.l.n.r.: Edo Medicks (Israel), aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker, Hamde Abu Rahma (Palästina), Conny Huse. Foto: aixpaix.de

Der israelische Fotograf Edo Medicks (links im Bild) und sein palästinensischer Kollege Hamde Abu Rahma (3.v.l.) besuchten im Juli 2010 gemeinsam mit Conny Huse (rechts) die aixpaix.de-Redaktion in Aachen. Beide kennen sich von gemeinsamen Einsätzen als Fotojournalisten im palästinensischen Friedensdorf Bil'in.

Sie erläuterten aipaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker (2.v.l.), warum sie in gewaltfreien, direkten Aktionen, wie sie in Bil'in seit fünf Jahren fantasievoll und erfolgreich angewandt werden, eine Hoffnung für Frieden im Nahen Osten sehen. Bei diesen Aktionen scheitere die Konzeption der israelischen Regierung, palästinensischem Protest mit massiver Gewalt zu begegnen. Eine wichtige Voraussetzung dabei sei die Präsenz und Aufmerksamkeit der internationalen Medien. In diesem Sinne werden beide Fotografen ihre Zusammenarbeit mit aixpaix.de ausbauen.


World Wide Web aixpaix.de

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Krieg ist die ultima irratio

Das Afghanistan-Desaster der NATO zeigt ebenso wie andere Militäraktionen, dass Kriege heute kaum noch gewinnbar sind. Zu glauben, man könne damit Probleme lösen, erweist sich immer häufiger als tödliche Illusion.

Zivile Konfliktbearbeitung dagegen kann Bürgerkriege beenden. Der Aachener Karlspreisträger Andrea Riccardi hat das in Moçambique eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Krieg hat aufgehört, "ultima ratio" zu sein, Krieg wird immer deutlicher zur "ultima irratio".

So ist es ein wenig still geworden um die vor wenigen Jahren noch hochgepriesenen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ihre Perspektive steckt in der Sackgasse Afghanistan. Längst sind die Generale kleinlaut geworden, geben offen zu, dass ihre Fähigkeiten begrenzt sind, dass Militär keinen Frieden schaffen kann. Allenfalls Zeit gewinnen, damit Politik Frieden schaffen kann, lautet jetzt ihre Devise.

Die offenkundige Krise militärischer Möglichkeiten stärkt die Chancen für eine neue Sicherheitsdebatte, mit dem Ziel, ernsthaft den Krieg zu ächten. Der Schlüssel liegt in der von einem der Obama-Vorgänger, Woodrow Wilson, während des Ersten Weltkrieges entwickelten Konzeption der kollektiven Sicherheit. Dabei geht es darum, nicht die Sicherheit einzelner Staaten auf Kosten anderer Staaten, sondern die Sicherheit aller Staaten gemeinsam zu gewährleisten. Der Krieg muss als gemeinsame Gefahr für alle aufgefasst werden, der die Interessen der gesamten Gemeinschaft berührt". Sicherheit wird damit als unteilbar betrachtet.

Otmar Steinbicker